|
Willkommen beim Siebenbürgen-Institut an der Universität Heidelberg!
Bürgerliche Repräsentation in oberdeutschen und siebenbürgischen Städten im 15. und 16. Jahrhundert
48. Jahrestagung des Arbeitskreises für Siebenbürgische Landeskunde e.V. Heidelberg in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhlfür mittelalterliche Geschichte und historische Hilfswissenschaften der Universität Erlangen-Nürnberg
Nürnberg, 4. bis 6. Oktober 2013
Einladung
Die Legitimation von Herrschaft und herkunftsbedingter sozialer Stellung spielte im Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit Europas eine zentrale Rolle. Neben dem Adel galt dies auch für die städtischen Führungsschichten. Mit ihrem gesellschaftlichen Anspruch war ein Repräsentationsbedürfnis verbunden, das sowohl auf Selbstverortung als auch auf Fremdwahrnehmung ausgerichtet war.
Mit dem wirtschaftlichen Ausbau der Region Siebenbürgen etablierte sich ein überwiegend deutschsprachiges Patriziat. Dieses schloss zum großen Teil im Fernhandel tätige, mit königlichen Privilegien ausgestattete Kaufleute und Handelsunternehmen aus oberdeutschen Städten ein. Durch den Erwerb wichtiger politischer und/oder administrativer Ämter und aufgrund sozialer Integration vor Ort mittels gezielter Heiratspolitik wuchs auch deren Repräsentationsbedürfnis.
Die international besetzte, komparatistische Tagung stellt sich zum Ziel, die Ausprägungen und Wirkungsweisen von Repräsentation zu untersuchen und dabei das Patriziat in oberdeutschen Städten – allen voran die freie Reichsstadt Nürnberg – mit der wirtschafts-, sozial- und kulturgeschichtlich aufs engste miteinander verbundenen bürgerlichen Oberschicht in den Städten des historischen Königreichs Ungarn – allen voran Siebenbürgens – gegenüber zu stellen.
Die Tagung wird im Caritas-Pirckheimer-Haus stattfinden, in dem auch eine begrenzte Zahl von Teilnehmern Unterkunft finden können. Bitte melden Sie sich rasch der Tagungsstätte an. Zu dieser interessanten, aber auch kunsthistorisch reizvollen Jahrestagung lade ich Sie – im Namen des gesamten Vorstands – sehr herzlich ein. Ulrich A. Wien
Programm Freitag, 4. Oktober 2013 Tagungsraum Caritas-Pirckheimer-Haus | 14:00 Grußworte 14:30 Marco Bogade (Oldenburg): Memoria in der spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Sepulkralkultur von Hermannstadt und Nürnberg 15:15 Pause
Wirtschafts- und Kulturkontakte: Nürnberg – Siebenbürgen
15:30 Peter Fleischmann (Nürnberg): Zum Patriziat in Nürnberg 16:00 Michael Diefenbacher (Nürnberg): Nürnberger Handelsgeschichte mit Südosteuropa 16:30 Pause 16:50 Maria Pakucs-Willocks (Bukarest): Wirtschafts- und Handelsgeschichte des siebenbürgischen Patriziats im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit 17:20 Irmgard Sedler (Kornwestheim): Patriziertracht in Siebenbürgen 18:00 Abendessen (s. organisatorische Hinweise 19:00 Mitgliederversammlung
Tagesordnung:
1) Begrüßung und Eröffnung 2) Nachrufe 3) Tätigkeitsberichte: Vorsitzender, Stellv. Vorsitzender, Herausgeber der Schriftenreihen, Redakteure der Zeitschriften 4) Kassenbericht 5) Bericht der Kassenprüfer 6) Aussprache 7) Entlastung des Vorstands 8) Neuwahlen des Vorstands 9) Verschiedenes Samstag, 5. Oktober 2013 Tagungsraum Caritas-Pirckheimer-Haus | Bücher und Archive
09:00 Adinel Dinca (Klausenburg): Siebenbürgische Urkunden als Repräsentationsmittel 09:30 Attila Verók (Erlau): Das Buch als Repräsentationsmittel bei den Siebenbürger Sachsen (15.-16. Jahrhundert) 10:00 Pause 10:30 Thomas Şindilariu (Kronstadt): Quellenüberlieferung zum Patriziat in Hermannstadt/Sibiu 11:00 Maria Deiters (Berlin): Die Pfinzing-Bibel im Kontext der Nürnberger Geschlechterbücher 11:30 Gerhard Weilandt (Greifswald): Nürnberger Privatkapellen 12:00 Evelin Wetter (Riggisberg): Projektvorstellung: Kronstädter Paramentenschatz 12:30-18:00 Thematische Führungen: Nürnberg und Siebenbürgen: Germanisches Nationalmuseum, St. Sebald, St. Lorenz (s. organisatorische Hinweise) 18:30 Abendessen 20:00 Konrad Gündisch (Oldenburg): Genealogische Verbindungen zwischen Nürnberger und siebenbürgischen Patrizierfamilien Sonntag, 6. Oktober 2013 Tagungsraum Caritas-Pirckheimer-Haus | Repraesentatio als zentraler Stimulus für Kunstaufträge
08:15 Paul Niedermaier (Hermannstadt): Städtebau und Urbanistik in Siebenbürgen 08:45 Hermann Fabini (Hermannstadt): Bürgerliche Repräsentationsarchitektur in Hermannstadt 09:05 Michaela Sanda Solontai (Klausenburg): Die Stadtkirche als Repräsentationsmittel des aufstrebenden Bürgertums: die St. Nikolauskirche zu Bistritz 09:45 Andacht in St. Klara 11:00 Christoph Machat (Köln): Patrizierhäuser in Schäßburg 11:30 Ciprian Firea (Klausenburg): Die Stromer – eine Nürnberger Patrizierfamilie in Siebenbürgen 12:00 Emese Sarkadi Nagy (Budapest ): Repräsentation der Familie Polner im Spiegel der Schässburger Malerei des 15.- 16. Jahrhunderts 12:30 Abschlussdiskussion und Ausblick 13:00 Mittagessen (s. organisatorische Hinweise)
Organisatorische Hinweise
Tagungsort: Caritas-Pirckheimer-Haus, Königstraße 64, 90402 Nürnberg Anmeldung und Verpflegung: Bitte mit verbindlichen Angaben zu den Übernachtungen und zur Verpflegung, bis spätestens 31. Mai 2013 direkt an das Caritas-Pirckheimer-Haus in Nürnberg (nicht nach Gundelsheim). Unterkünfte: bitte reservieren Sie rechtzeitig mit beiliegendem Anmeldeformular z. B. im Tagungshaus Caritas-Pirckheimer-Haus, Königstraße 64, 90402 Nürnberg: http://www.cph-nuernberg.de/ Thematische Führungen: Bitte reservieren Sie diese mit beiliegendem Anmeldebogen. Tagungsbüro: Das Tagungsbüro wird im Caritas-Pirckheimer-Haus eingerichtet, wo auch ein großes Angebot an AKSL-Publikationen und Antiquaria zu finden sein wird. Teilnehmerbeitrag: € 17 für Mitglieder, € 20 für Nichtmitglieder, € 10 für Schüler, Studenten, Partner; darin enthalten ist der Kaffee in den Kaffeepausen. Zu begleichen im Tagungsbüro vor Ort. Hinweis: Der Veranstalter übernimmt keine Haftung für Sach- und Personenschäden bei der An- und Rückreise und während der Tagung
Die Bereitschaft, unser Kulturgut zu schützen, ist ungebrochen.
Die Stiftung Siebenbürgische Bibliothek berichtet über das Geschäftsjahr 2012
Bevor auf die Geschäftsdaten eingegangen wird, wünscht der Vorstand der Stiftung allen an der dauerhaften Bewahrung unserer Kulturdokumente interessierten und insbesondere den am Aufbau der Stiftung beteiligten Personen ein erfolgreiches neues Jahr in Gesundheit und Wohlergehen. Hiermit sei auch ein herzliches Dankeschön an alle diejenigen gerichtet, die mit ihren Zuwendungen im Jahr 2012 das Vermögen der Stiftung vergrößert haben.
Rund 570 Überweisungen verbuchte die Stiftung im Jahr 2012. Am Ende des Jahres betrug die Summe aller Zuwendungen rund 260.000 Euro. Bis zum Herbst schien es, als würden sich die Zuwendungen im durchschnittlichen Rahmen bewegen. Dank einiger besonders großzügiger Unterstützer konnte das Jahr jedoch mit einem besseren Ergebnis abgeschlossen werden als alle Jahre zuvor. Vor allem die Zuwendungen in die fünf bestehenden Unterstiftungen und eine weitere größere Zuwendung, die in diesem Jahr in eine Unterstiftung umgewandelt wird, brachten das große Plus. Das Vermögen der Stiftung betrug Ende 2012 rund 1.570.000 €. Dieser Betrag besteht aus der Summe aller bisher erhaltenen Zuwendungen und den Rückstellungen für den Inflationsausgleich. Dieses Ergebnis trotz der Finanzkrise erreicht zu haben, ist besonders für die Spender, deren Geld wir verwalten, aber auch für die Leitung der Stiftung sehr erfreulich. Die Beträge für diese Rückstellungen stammen aus den Erträgen des Stiftungsvermögens. Den Inflationsausgleich schreibt das Stiftungsrecht vor, um einen Wertverlust des Vermögens und damit der Handlungsfähigkeit der Stiftung zu vermeiden. Der Vorstand wird auch in Zukunft alles tun, um die Verpflichtung des realen Vermögenserhalts einzuhalten.
Von den Erträgen müssen außer den Rückstellungen auch die Verwaltungskosten beglichen werden. Was danach übrig bleibt, steht dem Stiftungszweck, in unserem Fall also der Förderung der Siebenbürgischen Bibliothek zur Verfügung. Für die Förderung der Siebenbürgischen Bibliothek konnten im abgelaufenen Jahr 24.325 € an den Siebenbürgisch-Sächsischen Kulturrat überwiesen werden. Dieser Betrag diente zum Teil der Begleichung von Personalkosten der Bibliotheksmitarbeiter und zum Teil der Begleichung von Mietnebenkosten. Die Verwaltungskosten der Stiftung für Werbung, Porto, Büromaterial und Dienstreisen betrugen im Jahr 2012 insgesamt 2.570 €. Mehr als die Hälfte davon entfiel auf die Werbung und über ein Drittel auf Büromaterial und Briefporto. Nur ca. 10 % entfielen auf Reisekosten.
In Folge 18 der Siebenbürgischen Zeitung vom 15. November 2012, Seite 8, wurde die Einrichtung der zweiten und dritten namensgebundenen Unterstiftung bekanntgegeben. Bis zum Jahresende kamen zwei weitere hinzu, und zwar die Unterstiftungen „Dipl.-Ing. Alfred Kasper, Sächsisch Reen, und Frau Marga, Freiberg/Sachsen“ und „Hedwig Waadt, geb. König“, letztere durch ein Vermächtnis von Hedwig Waadt zugunsten der Stiftung. Den Initiatoren beider Unterstiftungen sei an dieser Stelle unser aufrichtiger Dank ausgesprochen. Übereinstimmend mit der Stiftungsleitung sind auch sie der Meinung, dass öffentliches Bekenntnis zur Unterstützung der Stiftung wichtig ist, um die angestrebte Zielvorgabe eines Vermögens von vier Millionen Euro zu erreichen, bevor es zu spät ist. Damit ist auch die Hoffnung verbunden, zusätzlichen Menschen Mut zu machen, sich dieser Art der Unterstützung anzuschließen.
Das Jahr 2012 hat eindeutig gezeigt, dass es erfolgversprechend und nötig ist, mehr als 500 Personen pro Jahr (das sind nur 1% von mindestens 50.000 erwachsenen Siebenbürger Sachsen mit einem geregelten Einkommen) davon zu überzeugen mitzumachen. Ebenso eindeutig ist aber auch, dass durch das Engagement bessergestellter Familien der Aufbau des Stiftungsvermögens deutlich beschleunigt werden kann. Deshalb verbinden wir unseren herzlichen Dank an alle Mitwirkenden mit einem Appell an unsere Landsleute, sich unseren Bemühungen anzuschließen, jeder nach seinen Möglichkeiten. Könnten wir in den kommenden Jahren jährlich 260.000 € an Zuwendungen verbuchen, wäre das Ziel in ca. zehn Jahren erreichbar. Entsprechend länger dauert es bei einem geringeren Betrag. Das müssen wir uns vor Augen halten.
Beirat und Vorstand der Stiftung Siebenbürgische Bibliothek sind fest entschlossen, sich weiter mit aller Kraft für die dauerhafte Bewahrung der Zeugnisse unserer Geschichte, Kultur und Zivilisation einzusetzen und auch voller Hoffnung, dass diese Aufgabe mit Hilfe gleichgesinnter Landsleute bewältigt werden kann.
Hatto Scheiner
Konto: 211 029 013 bei der Volksbank Oberberg eG, BLZ 384 621 35
Ein feierlicher Landeskundeabend in Kronstadt
Der Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde (AKSL), „das Schmerzenskind der Kriegsgeneration“, habe sich „gesund in das beste Mannesalter einer Friedensgeneration entwickelt“, so Prof. Dr. Paul Philippi in seinem Vortrag am vergangenen Dienstag im Kronstädter Forumsfestsaal. Anlass des Landeskundeabends war das fünfzigjährige Bestehen des im Jahre 1962 gegründeten Vereins. Der AKSL fördere „das kollektive Gedächtnis einer Region“ und vertrete „durch die Geschichte des Landes, gelebte Vielfalt“, wie es im Grußwort des Kulturreferenten der Deutschen Botschaft Bukarest, Joseph C. Karl hieß, der selber AKSL-Mitglied ist.
Eine Ausstellung des Deutschen Kulturforums östliches Europa, bestehend aus sechs Aufrollern, die inhaltlich von Dr. Harald Roth konzipiert wurden, bot einen Überblick auf die siebenbürgische Landeskunde insgesamt, angefangen von den ersten gezielten Auseinandersetzungen mit der Region durch Theologen, Pädagogen, Ökonomen und Historiker rund um die Identifikationsfigur des Landesbischofs Georg Daniel Teutsch. Ein beeindruckendes Fazit des „neuen“ AKSL war auf einer der Tafeln zu lesen: „In den ersten fünf Jahrzehnten seit der Wiedergründung konnte der Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde in vier Reihen rund 150 Bände und fast 70 Jahrgänge dreier Zeitschriften herausbringen und weit über fünfzig internationale Fachtagungen veranstalten.“
Den Hauptvortrag des Abends hielt Prof. Dr. Paul Philippi, Gründungsmitglied des AKSL. Er sprach über die Kriegsgeneration der Siebenbürger Sachsen, die sich „in der Bundesrepublik Deutschland wieder entdeckt hatten und sich dabei Rechenschaft gegeben hatten, dass zwischen ihrer Herkunft aus Siebenbürgen und ihrer Existenz in Deutschland ein Fragezeichen steht.“ Sie begannen also Anfang der fünfziger Jahre, zunächst im „Arbeitskreis junger Siebenbürger Sachsen“, sich diesem Fragezeichen zu stellen. Der Name „Arbeitskreis“ sollte Sachlichkeit und politische Neutralität ausdrücken.
Ebenso die Wahl der Referenten, die für die Mitglieder des Arbeitskreises regelmäßig Vorlesungen hielten – Sie gehörten einer Generation an, „die siebenbürgisch-sächsisches Leben vor der Zeit des Nationalsozialismus mit verantwortet hatte“, so Philippi. Eine entscheidende Rolle sollte Karl Kurt Klein spielen: Er trug dazu bei, dass der AKSL „nicht ein Debattierclub frustrierter oder träumender ehemaliger Kriegsteilnehmer wurde, sondern ein Verein mit wissenschaftlichen, mit wissenschaftspolitischen Zielen.“ Wichtig war den Mitgliedern, die Wirklichkeit Siebenbürgens als Ganzes zu erfassen, und sich den Blick nicht durch ethnisch-nationale Perspektiven einengen zu lassen.
Das Logo des AKSL, das Seeblätterdreieck, sei ein Symbol der drei siebenbürgischen Sprachnationen. Ein Zeichen des Erfolgs ist dabei auch die Tatsache, dass der AKSL vor einem halben Jahrhundert von einigen Dutzend Mitgliedern ausgegangen war und heute rund 730 Mitglieder zählt. Weiter zurück in die Geschichte führte in seinem Vortrag Thomas Şindilariu, Leiter des Archivs und der Bibliothek der Kronstädter Honterusgemeinde.
Er sprach über die Anfänge der Landeskunde in der Aufklärungszeit und konzentrierte sich dabei auf die siebenbürgische Freimaurerei „in einer Zeitspanne, in der Geselligkeit an einem abstrakten Vereinigungszweck entwickelt und kultiviert“ wurde. Auch die Hermannstädter Freimaurerloge war „ethnisch bunt gemischt“. Sie hatte sich zum Ziel gesetzt, eine umfassende Geografie und eine allgemeine Geschichte Siebenbürgens als Gemeinschaftswerke herauszugeben.
Doch kam es bis heute zu keiner monumentalen Monografie Siebenbürgens, und man müsse sich fragen, so [indilariu, ob ein Projekt in dieser Größenordnung überhaupt realisierbar sei. Abgesehen davon betonte der Referent, dass ein entsprechender institutioneller Rahmen für die Qualität der Landeskunde sei. Da es in Kronstadt kein Gebäude gäbe, „das auch heute als Stätte der Landeskunde identifiziert werden kann“, andererseits aber das Erbe von Johannes Honterus ein großes Potenzial darstelle, sei es angemessen, „dass wir quasi 500 Jahre nach der Reformation über ein Honterus-Gedenkhaus nachdenken könnten.“
Die Vorstellung zweier frisch veröffentlichter Standardwerke schloss den Landeskundeabend ab. Eins davon ist der 24. Band der„Evangelischen Kirchenordnungen des XVI. Jahrhunderts“, begründet von Emil Sehling und bearbeitet von Martin Armgart, mit dem Schwerpunkt „Das Fürstentum Siebenbürgen. Das Rechtsgebiet und Kirche der Siebenbürger Sachsen“ (Mohr Siebeck, 2012, 534 Seiten, 189 Euro).
Der Band umfasst die Zeit 1542-1620 und geht auf eine Anregung von Prof. Dr. Paul Philippi zurück. Der zweite vorgestellte Band ist der zehnte in der Serie des Böhlau-Verlags „Schriften zur Landeskunde Siebenbürgens“. Es geht um den „Schriftsteller-Lexikon der Siebenbürger Deutschen. Bio-bibliografisches Handbuch für Wissenschaft, Dichtung und Publizistik“, herausgegeben von Harald Roth (Böhlau, 2012, 432 Seiten, 54,90 Euro), mit Einträgen zu Autoren siebenbürgisch-sächsischer Herkunft in den Bereichen Literatur, Naturwissenschaften, Rechtswesen, Wirtschaft, Geschichte u.a. Maßgeblich beteiligt an der Dokumentation, die dem Band zugrunde liegt, ist der Kronstädter Historiker Gernot Nussbächer.

Nun ist es bequem und weltweit über das Internet nutzbar: Das „Urkundenbuch zur Geschichte der Deutschen in Siebenbürgen“, eines der grossen Langzeitprojekte der landeskundlichen Forschung.
1892 erschien der erste Band, herausgegeben vom "Ausschuss des Vereines für siebenbürgische Landeskunde". Sechs weitere Bände folgten, der letzte 1992. 4687 Urkunden aus den Jahren 1191 bis 1486 waren dadurch in gedruckter Form greifbar - für alle, die das Glück haben, diese Bände in die Hand nehmen zu können.
Dieses zu verbessern war dem "Arbeitskreis für siebenbürgische Landeskunde" und seinem Vorsitzenden Dr. Ulrich Wien seit längerem ein besonderes Anliegen. In den vergangenen Monaten konnte Dr. Martin Armgart an der Universität Koblenz-Landau unter Mitarbeit von Forschern in Ungarn und Rumänien eine Online-Präsentation erarbeiten - dank der Förderung des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien und mit Hilfe der Software des Kompetenzzentrums für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften der Universität Trier.
Zugänglich ist diese Online-Präsentation nun unter „eTransylvanica“ auf den Seiten des Siebenbürgen-Instituts, unter „eTransylvanica“: http://siebenbuergen-institut.de/special-menu/e-transylvanica/urkundenbuch-zur-geschichte-der-deutschen-in-siebenbuergen-online/ Auch eine Weiterführung des Urkundenbuches kann dann gleich in dieser Datenbank erfolgen.
Über 200 weitere Urkunden sind bereits eingestellt. Über verschiedene Suchmasken wird der Inhalt des Urkundenbuches bandübergreifend recherchierbar. Die Nutzung dieser Fleißarbeit mehrerer Generationen von Urkundeneditoren wird dadurch wesentlich leichter und von jedem Computer-Arbeitsplatz aus möglich - zum 120. Jahrestag des Erscheinen des ersten Bandes.
Bewusstes öffentliches Engagement für den Aufbau des Stiftungsvermögens
In Folge 14 der Siebenbürgischen Zeitung vom 10.09.2012 berichteten wir über die Einrichtung der Unterstiftung Hildegard und Günter Volkmer. Im September dieses Jahres wurden zwei weitere Unterstiftungen eingerichtet, zum einen mit Datum 21.09.2012 die Unterstiftung Gerlinde und Harro Hubbes, Dagmar Heuchert und zum anderen mit Datum 26.09.2012 die Unterstiftung Elfriede und Balduin Herter. Mit der Einrichtung dieser unselbstständigen Unterstiftungen im Rahmen der Stiftung Siebenbürgische Bibliothek legen die Stifter – unter anderem auch im Namen verstorbener Angehöriger - ein öffentliches Bekenntnis ihrer Ansicht über die Bedeutung der Bewahrung und Verwertung aller derzeitigen und zukünftigen in der Siebenbürgischen Bibliothek aufbewahrten Zeugnisse siebenbürgischer Geschichte, Kultur und Zivilisation ab. Zugleich zeigen sie damit auch ihre Bereitschaft an, sich weiterhin im Rahmen ihrer Möglichkeiten an der Stärkung der Stiftung zu beteiligen. Durch dieses öffentliche Bekenntnis soll zudem anderen Menschen Mut gemacht werden, diese Form der Unterstützung ebenfalls zu nutzen.
Was ist eine unselbstständige Unterstiftung? Dieser Begriff ist in der Fachliteratur nicht zu finden. Es handelt sich um einen internen Verwaltungsakt der Stiftung Siebenbürgische Bibliothek. Dabei werden die einzelnen Zuwendungen einer Person oder einer Gruppe von Personen zusammengefasst und im Vermögensbericht der Stiftung unter dem vereinbarten Namen als eigenständiger Posten ausgewiesen. Diese Teilvermögen werden jedoch nicht getrennt verwaltet und auch die erzielten Erträge werden nicht getrennt ausgewiesen. Sie sind ausschließlich Teile des Gesamtvermögens der Stiftung und von außen nicht zu beeinflussen, es sei denn durch weitere Zuwendungen, die außer den Stiftern auch jede andere Person tätigen kann.
Der Mindestbetrag für die Gründung einer rechtsfähigen Stiftung beträgt 50.000 Euro. Ursprünglich sollte das auch der Mindestbetrag für die Einrichtung einer Unterstiftung sein. In der gemeinsamen Sitzung von Beirat und Vorstand der Stiftung vom 18.07.2007 wurde diese Hürde auf 10.000 Euro herabgesetzt, um es einer größeren Anzahl von Menschen zu ermöglichen diese Form der Unterstützung zu wählen. Die entsprechenden Vereinbarungen werden individuell zwischen den Stiftern und der Stiftung Siebenbürgische Bibliothek abgeschlossen. Zwei der Unterstiftungen entstanden durch die im Laufe der Jahre addierten Zuwendungen, die sich auf über 10.000 Euro summiert hatten, eine entstand durch einen spontanen Entschluss.
Je mehr Menschen sich in dieser Weise engagieren, desto stärker wird sich das Bewusstsein für den Wert der Siebenbürgischen Bibliothek und der wissenschaftlichen Tätigkeiten des Siebenbürgen-Instituts in Gundelsheim erweitern. Dadurch wird sich auch die Bereitschaft in der Bevölkerung erhöhen, sich an dieser Aufgabe zu beteiligen. Dementsprechend wird sich auch das Vermögen der Stiftung schneller demjenigen Wert nähern, der für die Gewährleistung einer dauerhaften Funktion dieser Institutionen nötig ist.
Für die Einrichtung der beiden neuen Unterstiftungen müssen die Vertreter der Stiftung, aber auch alle Mitglieder unserer Gemeinschaft, der Familie Gerlinde u. Harro Hubbes und Frau Elfriede Herter ganz besonders dankbar sein. Nicht vergessen dürfen wir jedoch auch den nachträglichen Dank an Herrn Balduin Herter, der bei der Gründung der Stiftung maßgeblich beteiligt und Mitglied des Beirates war, und an Frau Dagmar Heuchert, für deren Beitrag zum Kapital der Unterstiftung.
Neben der Veröffentlichung aller Spender (mit Ausnahme derjenigen, die das nicht möchten) und der Einträge in die Stiftertafel (öffentlich einsehbar in der Siebenbürgischen Bibliothek) in den Mitteilungen aus dem Siebenbürgen-Institut, ist die Bekanntgabe der Einrichtung namentlicher Unterstiftungen eine weitere Möglichkeit der Stiftungsleitung, allen am Aufbau der Stiftung Beteiligten zu danken und ihren Einsatz hervorzuheben. Zudem sollen Unentschlossene zum Mitmachen angeregt werden. Für die Siebenbürgische Bibliothek sind wir alle verantwortlich. Sie ist unsere „Nationalbibliothek“.
Hatto Scheiner

Zuletzt eingefügte Artikel:
Zum Herunterladen bereitgestellt:
Neu erschienen:
Externe Links:
Suchanzeigen und Mitteilungen
Neue Bücher Termine 2013 Schenken Sie uns Ihre Veröffentlichungen! Praktikum in der Siebenbürgischen Bibliothek
Diese und weitere Meldungen aus dem Siebenbürgen-Institut unter Nachrichten und Berichte.
|